Vorteile der Altersmischung

Der Vergleich mit Ländern, die bei PISA gut abgeschnitten haben, zeigt, dass altersgemischte Gruppen hilfreich sind zur Leistungsverbesserung.

Forschungen haben ergeben, dass in heterogenen Gruppen alle Kinder hinsichtlich ihrer sozialen Kompetenz profitieren. Soziale Kompetenz stellt eine wichtige Voraussetzung für kognitive Lernprozesse dar, d.h. Lernen ist ein sozialer Prozess. Ein Kind, das sich in einer Gruppe nicht anerkannt fühlt, hat Probleme, gemeinsame Lernaufgaben zu meistern.

In der Vorschulgruppe werden die Vorteile von altersgemischten Gruppen darin gesehen, dass das Gruppenklima weniger von Konkurrenzverhalten und Aggression geprägt ist. Außenseiter werden schneller integriert. Jüngere Kinder lernen am Modell derÄlteren und finden in älteren Kindern attraktive Gesprächspartner. Leistungsschwächere Kinder werden in ihren kognitiven Fähigkeiten besser gefördert. Leistungsstarke Kinder sind nicht schlechter als in homogenen Gruppen.

Den Kindern bieten sich durch ihr unterschiedliches Alter starke gegenseitige Anregung und Entwicklungsreize. Die größeren Kinder sichern sich ihr Wissen und ihre Lernfortschritte durch Wiederholungslernen. In der Gruppe entwickeln sich variable Gruppenstrukturen (spontane Gruppen, Kleingruppen, Kerngruppen). Durch die größere Vielfalt an Materialien nehmen alters- und geschlechtsspezifische Beschäftigungen ab.

Auch in homogenen Gruppen existieren unterschiedliche Lernvoraussetzungen, so gibt es Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Kinder mit Entwicklungsvorsprung oder Hochbegabung. Damit in heterogenen Gruppen allen Kindern geeignete Lernanregungen bereitgestellt werden, ist ein individuelles Eingehen und ein Differenzieren der Leistungsangebote durch die Erzieher erforderlich.