Bildungsansatz

Die Auffassung, das Lehren in der fr√ľhen Kindheit sei das Vermitteln einzelner Wissenskomponente, besitzt keine G√ľltigkeit mehr. Die Bildung des Kindes findet viel mehr √ľber die Selbstbildung statt. Das Kind wird als "Akteur seiner Selbst" beschrieben. Nur das Kind selbst kann lernen. Daf√ľr ben√∂tigt das Kind individuelle Unterst√ľtzung zur Entfaltung seiner Potentiale.

Die Aufgabe der Erzieherin ist es, Lernsituationen zu schaffen, die die Kinder zur Selbstbildung und zur aktiven Selbständigkeit anregen. Das bedeutet aber auch, dass nicht allen Kindern das Gleiche angeboten werden muss. Jedes Kind sollte in seiner Individualität erfasst und gefördert werden.

Das Spiel ist die Hauptt√§tigkeit des Kindes und entscheidet f√ľr seine Entwicklung. Im Spiel setzten sich die Kinder mit ihrer Umwelt auseinander. Sie erkunden, erobern, experimentieren. Dabei lernen sie ganzheitlich und k√∂nnen ihre Interessen ausleben. Ein wichtiges methodisches Instrument der Erzieherin dabei ist die Beobachtung. Dadurch werden die Themen der Kinder erkannt, aufgegriffen und erweitert.

Die Raumgestaltung ist ein weiteres wichtiges Mittel, um die pädagogische Arbeit zu gestalten. Die Räume und Materialien sollen die Kinder anregen, sich aus eigener Initiative mit Tätigkeiten und Themen zu beschäftigen.

Eingewöhnungszeit

Da der Eintritt in die Kita f√ľr alle Beteiligten ein emotional beladener Moment ist, bieten wir dem Kind und den Eltern eine Eingew√∂hnungsphase an. Diese dauert etwa 1-2 Wochen. Die Eltern, als wichtigste Bezugsperson, begleiten ihr Kind. Sie spielen mit dem Kind, w√§hrend die Erzieherin beobachtet. Dadurch lernt sie die Bed√ľrfnisse des Kindes kennen und es wird ihr m√∂glich, dem Kind √§hnliche Verhaltensweisen anzubieten.

Nach den ersten gemeinsamen Tagen trennen sich die Eltern vom Kind (zunächst nur kurze Zeit, die nach Absprache verlängert wird). Wichtig ist, dass dem Kind vermittelt wird, dass die Eltern gehen und bald wiederkommen. Das Kind erfährt so den eindeutigen Umgang mit Trennung und Gewissheit des Wiederkommens. Wenn das Kind die Erzieherin in der Pflege- und Spielphase akzeptiert, ist die Eingewöhnungsphase abgeschlossen. Um eine Symbiose oder Fixierung zu vermeiden, ist es wichtig, nach der Eingewöhnungsphase auch den Kontakt zu anderen Erziehern aufzunehmen.

Vorteile der Altersmischung

Der Vergleich mit Ländern, die bei PISA gut abgeschnitten haben, zeigt, dass altersgemischte Gruppen hilfreich sind zur Leistungsverbesserung.

Forschungen haben ergeben, dass in heterogenen Gruppen alle Kinder hinsichtlich ihrer sozialen Kompetenz profitieren. Soziale Kompetenz stellt eine wichtige Voraussetzung f√ľr kognitive Lernprozesse dar, d.h. Lernen ist ein sozialer Prozess. Ein Kind, das sich in einer Gruppe nicht anerkannt f√ľhlt, hat Probleme, gemeinsame Lernaufgaben zu meistern.

In der Vorschulgruppe werden die Vorteile von altersgemischten Gruppen darin gesehen, dass das Gruppenklima weniger von Konkurrenzverhalten und Aggression gepr√§gt ist. Au√üenseiter werden schneller integriert. J√ľngere Kinder lernen am Modell der√Ąlteren und finden in √§lteren Kindern attraktive Gespr√§chspartner. Leistungsschw√§chere Kinder werden in ihren kognitiven F√§higkeiten besser gef√∂rdert. Leistungsstarke Kinder sind nicht schlechter als in homogenen Gruppen.

Den Kindern bieten sich durch ihr unterschiedliches Alter starke gegenseitige Anregung und Entwicklungsreize. Die größeren Kinder sichern sich ihr Wissen und ihre Lernfortschritte durch Wiederholungslernen. In der Gruppe entwickeln sich variable Gruppenstrukturen (spontane Gruppen, Kleingruppen, Kerngruppen). Durch die größere Vielfalt an Materialien nehmen alters- und geschlechtsspezifische Beschäftigungen ab.

Auch in homogenen Gruppen existieren unterschiedliche Lernvoraussetzungen, so gibt es Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Kinder mit Entwicklungsvorsprung oder Hochbegabung. Damit in heterogenen Gruppen allen Kindern geeignete Lernanregungen bereitgestellt werden, ist ein individuelles Eingehen und ein Differenzieren der Leistungsangebote durch die Erzieher erforderlich.

Der Morgenkreis

In allen Gruppen wird täglich ein Morgenkreis angeboten. Dabei sitzen die Kinder im Kreis. Die Mitte ist gestaltet. Ziel des Morgenkreises ist es, den Tag gemeinsam zu beginnen, sich zu begegnen, sich gegenseitig wahrzunehmen und ins Gespräch zu kommen. Dieses Morgenritual soll dazu dienen, dass sich die Kinder gegenseitig wertschätzen und das Reden und Zuhören lernen. Zum Morgenkreis wird auch gesungen und gebetet.

Interessentag

F√ľr unsere Kinder findet jeden Dienstag von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr der Interessentag statt. Dabei lernen die Kinder verschiedene Angebote kennen, f√ľr die sie sich je nach Neigung und Interesse entscheiden k√∂nnen.

Die Angebote finden gruppen√ľbergreifend statt. Die Erzieherinnen bringen sich mit ihren eigenen F√§hig- und Fertigkeiten und Begabungen ein.

Schwerpunkte können z.B. sein:

  • Kreatives Gestalten, Malen und Basteln, T√∂pfern und Filzen
  • Sport und Spiel, Entspannungs√ľbungen, Tanzen
  • Steh-Greif-Spiele, Theater spielen
  • Waldtag
  • Vorlesestunde, Kunstbetrachtungen
  • Musik
  • Kochen und Backen
  • Naturwissenschaftliche Experimente
  • Mathematische Erfahrungen

Wochenplan

  • ab 9 Uhr t√§glich in jeder Gruppe Morgenkreis
  • ab 10 Uhr t√§glich Spiel im Freien (bei fast jedem Wetter)

Bitte beachten Sie immer Aushänge zu speziellen Angeboten und aktuellen Projekten an den jeweiligen Gruppentafeln.

Montag

09:00 Uhr
  • Erz√§hlrunde im Morgenkreis/ individuelle Angebote
09:45 Uhr
  • Vorschule f√ľr die Vorschulkinder

Dienstag

09:00 Uhr
  • Interessentag (offene Angebote)
  • Kochl√∂ffel, Kreativangebote, Kinderwerkstatt und Singen und Tanzen, Experimente, Sport, Waldgruppe, Kinderspiele, Englisch‚Ķ
14:45 Uhr
  • Christenlehre mit Jana P√∂nisch

Mittwoch

08:30 Uhr
  • Sport in der gro√üen Turnhalle f√ľr alle Kindergartenkinder (Am letzten Mittwoch im Monat Sport in der gro√üen Turnhalle f√ľr die Krippenkinder)
14:45 Uhr
  • Christenlehre mit Jana P√∂nisch

Donnerstag

09:00 Uhr
  • Morgenkreis mit biblischen Themen mit Jana P√∂nisch/ Gemeindep√§dagogin
  • 6 x im Jahr Kinderkirche und Raum f√ľr individuelle Aktivit√§ten und Projekte

Freitag

  • Spielzeugtag und Raum f√ľr individuelle Aktivit√§ten und Projekte